Willie Nelson

Willie Nelson ist ein Country-Sänger und Songwriter, der zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Outlaw-Country und des Genres im Allgemeinen zählt. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, wuchs Willie bei seinen Großeltern auf. Mit sechs Jahren bekam er eine Gitarre geschenkt, mit zehn Jahren trat er erstmals öffentlich auf. Als Teenager spielte Willie abends in lokalen Honky Tonks. 1950 wurde er zur Air Force eingezogen, aber bald darauf wegen Rückenproblemen entlassen. Er heiratete eine Cherokee-Indianerin und bekam zwei Kinder. Die Familie zog nach Fort Worth, wo Nelson eine Zeit lang als Diskjockey arbeitete. 1956 spielte er in Kanada eine erste selbst finanzierte Single ein, die sich respektabel verkaufte. 1959 - seine Ehe war mittlerweile geschieden - schaffte er es, die Rechte an seinem Song Night Life zu veräußern. Vom Erlös erwarb er ein altes Auto und machte sich auf den Weg nach Nashville. Dort fand er einen Job als Bassist in der Band von Ray Price. In den folgenden Jahren gelang es ihm mehrfach, Songs zu verkaufen - darunter 1961 Hello Walls, mit dem Faron Young Platz 1 der Country-Charts erreichte. Im gleichen Jahr nahm Patsy Cline sein Crazy auf. Willie Nelson war damit als Songwriter etabliert. Er heiratete erneut und spielte einige Singles ein, von denen es zwei in die Top-10 schafften. Der große Durchbruch blieb ihm aber zunächst versagt. 1965 wechselte er zu RCA und schloss sich der Grand Ole Opry an. In den folgenden Jahren produzierte er eine lange Folge von nur mäßig erfolgreichen Alben und Singles. Sein Verhältnis mit RCA verschlechterte sich zusehends. Er warf seiner Plattenfirma vor, seine Songs zu verfälschen, sie allzu sehr dem kommerziellen Nashville Sound anzugleichen. RCA hatte tatsächlich das vertragliche Recht, seine Aufnahmen nach eigenem Ermessen zu verändern, ein untragbarer Zustand für einen unabhängigen Charakter wie Nelson. Weihnachten 1970 brannte sein Haus ab, und Nelson beschloss spontan, der "Music City" den Rücken zu kehren. Er ging nach Austin, heiratete zum dritten Mal und unterschrieb einen Vertrag bei Atlantic Records. Es wurden zwei Alben produziert: 1973 Shotgun Willie und 1974 Phases And Stages, wieder nur mit durchschnittlichem Erfolg. Der große Durchbruch kam ein Jahr später. Er wechselte erneut die Plattenfirma und spielte für Columbia das wegweisende Album Red Headed Stranger ein, dessen Singleauskopplung Blue Eyes Crying In The Rain sein erster Nummer-1-Hit wurde und sich überraschenderweise sogar in den Pop-Hitparaden platzierte.


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Steckbrief

Geboren am 30.04.1933 in Abbott, Texas, USA
Nationalität: Amerikaner
Wohnort: USA
Größe: k.A. cm
Gewicht: k.A. kg


Seine alte Plattenfirma RCA versuchte von seinem plötzlichen Ruhm zu profitieren und veröffentlichte aus Archivmaterial das Album: Wanted! The Outlaws. Neben Nelson waren darauf noch Waylon Jennings, Jessi Colter und Tompall Glaser zu hören, die ebenfalls mit dem Nashville-Establishment auf Kriegsfuß standen. Wanted wurde als erstes Country-Album mehr als eine Million Mal verkauft. Nelson wurde zum Mittelpunkt der Outlaw-Bewegung, in der sich Musiker sammelten, die sich von den kommerziellen Fesseln Nashvilles lösen und ihre eigene Musik spielen wollten. Nach anfänglicher Verärgerung war Nashville begeistert, denn die Outlaw-Musik verkaufte sich blendend und brachte frischen Wind in die stagnierende Country-Szene. Willie Nelson war in den nächsten Jahren besonders mit Duetten erfolgreich. Zunächst mit seinem Freund Waylon Jennings - Waylon & Willie - und dann auch mit anderen etablierten Größen der Country-Musik. Hervorzuheben sind dabei Merle Haggard mit dem Hit Pancho and Lefty sowie Ray Price, Dolly Parton und Ray Charles. Am erfolgreichsten war ein Duett mit Julio Iglesias: To All The Girls I Loved Before. Mitte der 80er Jahre tat er sich mit Kris Kristofferson, Johnny Cash und Waylon Jennings unter dem Namen Highwaymen zusammen. Außerdem spielte er in einigen Filmen mit. 1990 hatten sich Steuerschulden von über 16 Millionen Dollar angehäuft. Willie Nelson verlor seinen gesamten Besitz. Der Erlös seiner nächsten Alben ging vollständig an das Finanzamt, es gelang ihm, bis 1993 seine Schulden zu begleichen. Im selben Jahr erhielt er die größte Auszeichnung, die die Countrymusik zu vergeben hat: Er wurde in die Country Music Hall of Fame gewählt. 1997 übernahm Nelson eine Nebenrolle im Kinofilm Wag the Dog, er spielte einen Songwriter. 2002 trat er in der US-Krimiserie Monk in der Folge Mr. Monk und Willie Nelson als Hauptverdächtigter in einem Mordfall auf. 2005 spielte er "Onkel Jesse" in der Kinoadaption der erfolgreichen Serie "Ein Duke kommt selten allein" und steuerte seine Interpretation der Titelmelodie "Good Ol' Boys" zum Soundtrack bei. Ebenfalls trat er im Musikvideo der Coverversion von "These Boots Are Made For Walkin'" von Jessica Simpson auf und hatte Gastauftritte in der Fernsehserie Nash Bridges sowie im Kinofilm Austin Powers. 2006 steuerte Nelson den Song He was a friend of mine zum Soundtrack des Films Brokeback Mountain bei und veröffentlichte im gleichen Jahr den Song Cowboys are frequently secretly (fond of each other), dessen Text von Ned Sublette im Jahr 1981 geschrieben worden war, und mit dem Nelson sich mit Homosexuellen solidarisiert.




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