Sibel Kekilli

Sibel Kekilli ist eine deutsche Filmschauspielerin türkischer Abstammung. Nach der Mittleren Reife mit einem Abschluss der 10. Klasse als Klassenbeste (Notendurchschnitt von 1,7) arbeitete Sibel Kekilli als Verwaltungsfachangestellte im Heilbronner Rathaus im Dezernat für Abfallbeseitigung. Nebenbei verdiente sie sich Geld in unterschiedlichen Beschäftigungen, beispielsweise als Verkäuferin, Türsteherin, Reinigungskraft, Nachtclub-Geschäftsführerin, Kellnerin, Promoterin, Fotomodell und Pornodarstellerin. Als Pornodarstellerin wirkte sie in mehreren Hardcore-Produktionen mit. Im Jahr 2002 wurde sie in Köln in einem Einkaufszentrum von einer Casterin angesprochen, ob sie in einem Film des Regisseurs Fatih Akın mitspielen wolle. Sie sagte zu und setzte sich beim Casting gegen etwa 350 Mitbewerberinnen durch. Dies war ihr Einstieg in eine bisher höchst erfolgreiche Karriere in der Filmbranche. In den Jahren 2002/2003 nahm Sibel Kekilli drei Wochen lang Unterricht in den Fächern Schauspiel und Improvisation an der Schauspielschule Bochum sowie Stimm- und Sprechtraining. Unmittelbar nach der Auszeichnung des Filmes Gegen die Wand bei der Berlinale machte die deutsche Boulevardzeitung Bild im Februar 2004 mit großen Schlagzeilen das Vorleben Sibel Kekillis als Pornodarstellerin unter dem Pseudonym Dilara bekannt. Dies löste heftige Diskussionen, Missfallensäußerungen sowie Solidaritätsbekundungen aus und verschaffte so sowohl dem Film als auch Kekillis zeitweiliger Mitwirkung in Pornofilmen zusätzliche Aufmerksamkeit. „Es war wirklich so, wie es immer heißt: ich war jung und brauchte Geld.“ erklärte die junge Schauspielerin unter dem Eindruck des plötzlich auf sie hereinbrechenden öffentlichen Interesses. Am 18. November 2004 forderte Sibel Kekilli bei der im Fernsehen übertragenen Bambi-Verleihung die Zeitschriften Bild und den Kölner Express auf, „diese dreckige Hetzkampagne“ zu beenden. Am 2. Dezember 2004 rügte der Deutsche Presserat öffentlich die Berichterstattung von Bild über Sibel Kekilli wegen Verletzung der Menschenwürde: „Das öffentliche Interesse deckt eine Form der Berichterstattung nicht, in der die Persönlichkeit der Betroffenen auf das reduziert wird, was man über diese in den Klappentexten von Pornofilmkassetten lesen kann“.. Sibel Kekilli wirkte seitdem in mehreren weiteren Spielfilmen und Hörspielen mit. Sie lebt heute in Hamburg.


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Steckbrief

Geboren am 16.06.1980 in Heilbronn, Deutschland
Nationalität: Deutsch
Wohnort: Hamburg, Deutschland
Größe: k.A. cm
Gewicht: k.A. kg


Für die erste Staffel der Hörbuchreihe Starke Stimmen der Frauenzeitschrift Brigitte las Kekilli den Roman Sinn und Sinnlichkeit von Jane Austen. Sie ist damit bislang die jüngste der zwölf prominenten Frauenstimmen der erfolgreichen Reihe, deren Konzept es war, Texte lesen zu lassen, die besondere Bedeutung im Leben der Rezitierenden haben. Ihr erster Kinofilm war 2004 das Drama Gegen die Wand (Regie: Fatih Akın), in dem sie die Hauptrolle spielte. Der Film wurde bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, Dezember 2004 ist er in Barcelona mit dem Europäischen Filmpreis 2004 als bester europäischer Film des Jahres ausgezeichnet worden. Sibel Kekilli gewann aufgrund ihrer schauspielerischen Leistung in Gegen die Wand den New Faces Award und den Undine Award als beste Nachwuchs-Schauspielerin, die Lola in Gold des Deutschen Filmpreises 2004 sowie den Bambi als 'Shooting Star' des Jahres 2004. In der deutsch-türkischen Komödie Kebab Connection, die in Hamburg spielt, ist Sibel Kekilli in einer kleinen Nebenrolle als italienische Mutter mit Kind zu sehen. Der Film lief am 21. April 2005 in den deutschen Kinos an. Eve Dönus (dt. Titel: Heimkehr) ist der erste türkische Film, in dem Sibel Kekilli mitspielte. Beim Internationalen Filmfestival in Antalya wurde sie dafür als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Regie führte bei diesem Film 2006 Ömer Ugur. Im Weltkriegs-Film Der letzte Zug des Produzenten Artur Brauner spielt Sibel Kekilli eine von Nazi-Schergen verfolgte Jüdin. Die Regie übernahm Joseph Vilsmaier, nachdem Armin Mueller-Stahl und zwei weitere Regisseure absagten. Der Film soll 2006 uraufgeführt werden. In Winterreise spielt sie die junge Kurdin Leyla, die mit einem alten Mann am Ende seines Lebens (gespielt von Josef Bierbichler) nach Afrika reist. Die Dreharbeiten haben Anfang 2005 begonnen. Gedreht wird in München, Rott am Inn, Wasserburg am Inn und Kenia. Kinostart ist der 23. November 2006.




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Sibel Kekilli
c/o Wasted Management
Gotzkowskystrasse 20/21
10555 Berlin
Deutschland
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