Rudolph Moshammer

Rudolph Hans Albert Moshammer war der Inhaber einer Boutique in der Maximilianstraße in München und selbst ernannter Modezar. Deutschlandweit bekannt wurde Moshammer in den 1980er Jahren durch sein exzentrisches Auftreten in der Öffentlichkeit. Über Moshammers Kindheit und Jugend ist nur wenig bekannt; er selbst äußerte sich nur selten und teilweise widersprüchlich dazu. Nach eigenen Angaben wuchs Moshammer in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater war Direktor einer Versicherung, verlor aber einige Zeit nach der Geburt des Sohnes seine Stelle und wurde in der Folge alkoholabhängig. Aus Furcht vor dem alkoholisierten Vater zog Moshammer mit seiner Mutter Else (* 21. Januar 1908; † 10. August 1993) in eine eigene Wohnung. Der Vater wurde obdachlos und starb einige Jahre später. Nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begann Mooshammer in den 1960er Jahren Mode zu entwerfen. Seine 1968 gegründete Boutique Carnaval de Venise war sehr erfolgreich. Laut dem Moshammer-Biografen Torsten Fricke leisteten der Immobilieninvestor Walter Käßmeier, Angela Opel sowie Krupp-Erbe Arndt von Bohlen und Halbach die Anschubfinanzierung. Das Modegeschäft führte Moshammer mit seiner Mutter, mit der ihn bis zu ihrem Tode ein enges Verhältnis verband. Moshammer machte sich mit seinem Geschäft schnell einen Namen in der Modeszene. Zwar gehörte sein Modehaus nicht zur Haute Couture, doch zählten in den besten Zeiten die Münchner Schickeria sowie die deutsche High Society sowie auch internationale Prominente wie etwa Arnold Schwarzenegger, José Carreras, Karl Flick und Carl Gustav von Schweden zu seinen Kunden. Unter anderem kreierte Moshammer, der nie eine Schneiderlehre absolviert hatte, Kostüme für die Mittelalter-Band Corvus Corax. Moshammer war in München auch als Wohltäter bekannt. So gründete er die Stiftung Licht für Obdachlose und unterstützte die Münchner Obdachlosenzeitung BISS. Zudem übernahm er eine aktive Patenschaft für ein Suchtentwöhnungszentrum für Alkoholkranke. Im Jahr 2000 wurde Moshammer für sein Engagement der Martinsmantel der Radioredaktion des Sankt Michaelsbundes verliehen. Moshammer spielte zuweilen auch kleinere Filmrollen, zum Beispiel in mehreren Tatort-Folgen oder dem Film Traue keinem, mit dem du schläfst (2002). Auch eine Theaterrolle übernahm er in der Münchner Kleinen Komödie am Max-II-Denkmal. Mit der Band Münchner Zwietracht und dem Titel Teilt Freud und Leid trat er 2001 bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an.


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Steckbrief

Geboren am 27.09.1940 in München, Deutschland
Verstorben am 14.01.2005


In der Öffentlichkeit zeigte sich Moshammer fast immer mit seiner Yorkshire-Hündin Daisy , der er ein Buch und eine eigene Website widmete. Nach Daisy benannte Moshammer eine Pflegeserie für Hunde, des weiteren entwarf er Kollektionen für Hundebekleidung. In einem Interview mit der Zeitschrift Stern im Jahr 2004 erklärte Moshammer, daß es insgesamt vier Daisys gegeben hätte. Daisy Nummer 2 sei während eines Fototermins verstorben. Ein weiteres markantes Merkmal war Moshammers aufwändige schwarze Frisur mit zwei Stirnlocken im Stil des Bayernkönigs Ludwig II. sowie seine drei Rolls Royce. Moshammer wurde in der Nacht zum 14. Januar 2005 in seiner Villa in Grünwald erdrosselt. Sein Tod löste bei vielen Betroffenheit aus. Wohnhaus und Geschäft waren tagelang von Menschen belagert, die Blumen niederlegten und Kerzen anzündeten. Bereits am folgenden Tag nahm die Polizei den 25-jährigen Iraker Herisch Ali Abdullah fest, der bald darauf die Tat gestand. Am Tatort sichergestellte DNS-Spuren des Mannes waren mit der bundesweiten Gen-Datenbank des BKA abgeglichen worden, in welcher der nicht vorbestrafte Täter gespeichert war. Er hatte 2004 im Zusammenhang mit zwei Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und einem Sexualdelikt gegen ihn freiwillig eine Speichelprobe abgegeben. Anhand dieser registrierten DNS konnte die Tat zügig aufgeklärt werden. Nach Aussagen des Täters hatte ihn Moshammer nahe dem Münchner Hauptbahnhof angesprochen. Im Haus Moshammers sei es zum Streit um die Bezahlung für sexuelle Handlungen gekommen, woraufhin die Tat erfolgt sei. Die Berichterstattung in den Medien zu Moshammers Tod wurde teilweise als homophob kritisiert. Insbesondere die Verwendung des despektierlichen Ausdrucks "Homosexuellen-Milieu" - in dem sich Moshammer oft bewegt habe - erregte Unmut bei Kritikern und Angehörigen des Bundes Lesbischer und Schwuler JournalistInnen (BLSJ). Der langjährige Geschäftspartner Moshammers, Walter Käßmeyer (*1928), wurde im Testament als Alleinerbe eingesetzt. Ergänzend zu dem Erbe gibt es in dem Testament eine Reihe von Vermächtnissen, die Käßmeyer bei Annahme des Erbes erfüllen muss. Moshammer wurde am 22. Januar 2005 auf dem Münchner Ostfriedhof in einem Mausoleum neben seiner Mutter beigesetzt. Der TV-Sender SAT1 hatte die Exklusivrechte für die Fernsehübertragung der Beerdigung. Der effektheischerische Event-Charakter der Beerdigung wurde von den Medien kritisiert. Am 2. November 2005 begann in München der Prozess gegen den geständigen Täter. Während die Staatsanwaltschaft die Tat als heimtückischen Mord auszulegen suchte, plädierten die Verteidiger auf Totschlag. Herisch wurde am 21. November 2005 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Moshammer heimtückisch, aus Habgier und zur Ermöglichung eines Raubes erdrosselt hatte. Das Schwurgericht erkannte zudem eine besondere Schwere der Schuld, so dass eine vorzeitige Haftentlassung - auch bei guter Führung - nach 15 Jahren nicht möglich ist. Der Anwalt des Angeklagten kündigte Revision an.




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