Rudi Carrell

Rudi Carrell (eigentlich Rudolf Wijbrand Kesselaar) ist ein niederländischer Showmaster, der vor allem in Deutschland sehr bekannt ist. Sowohl Rudolfs Vater als auch sein Großvater waren im Showgeschäft tätig – er selbst sprang mit siebzehn Jahren in einem Gastspiel für seinen Vater ein. In den Niederlanden wurde er mit der Rudi Carrell Show, die 1959 startete, sehr bekannt und gewann 1964 die silberne Rose von Montreux. Beim Eurovision Song Contest 1960 erreichte er (unter seinem bürgerlichen Namen) den 12. und vorletzten Platz. 1965/66 arbeitete er zum ersten Mal für das deutsche Fernsehen bei Radio Bremen. Seither prägte und beeinflusste er die deutsche Fernsehunterhaltung, und stand neben Kollegen wie Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff für die "große Samstagabendshow". 1974 wurde die Rudi Carrell Show durch die Sendung Am laufenden Band ersetzt, bei der am Schluss der Gewinner diejenigen Gewinne mit nach Hause nehmen durfte, an die er sich noch erinnern konnte, nachdem sie auf einem Förderband an ihm vorbei transportiert worden waren. In den 1970ern war Carrell ein guter Nachbar von Sänger-Gitarrist Bobbejaan Schoepen. Er spielte zwei Jahre lang in seiner Show im Varieté des Freizeitparks Bobbejaanland. Rudi Carrell trat Anfang der siebziger Jahre zusammen mit dem damals 18-jährigen Ilja Richter in verschiedenen deutschen "Schlager- und Schnulzenfilmchen" wie z. B. Tante Trude aus Buxtehude, Wenn die tollen Tanten kommen, auf. Carrell und Richter bildeten damals ein recht erfolgreiches Komikerduo, dessen Fortführung sich in den Achtzigern z.B. mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger fand. Auch als Sänger war Carrell erfolgreich. In vielen seiner Shows sang er Titel und hatte mit „Wann wird's mal wieder richtig Sommer?“ 1975 (nach der Melodie von „The City of New Orleans“ von Arlo Guthrie) und „Goethe war gut“ 1978 zwei Single-Hits in Deutschland, anschliessend noch den nachdenklich-komischen Nachfolgehit „Der Herr gab allen Tieren ihren Namen“. Daneben schuf Carrell mit „Du bist mein Hauptgewinn“ auch das (erfolglose) Lied der ARD-Fernsehlotterie 1977. 1979 erschien seine Autobiografie Gib mir mein Fahrrad wieder. 1981 sendete der WDR Rudi kann's nicht lassen, im Herbst des gleichen Jahres startete Rudis Tagesshow, eine bei Radio Bremen produzierte Persiflage auf die Tagesschau der ARD. Einen Skandal mit internationalem Ausmaß und Morddrohungen handelte er sich ein, als er in der Sendung vom 15. Februar 1987 Ayatollah Khomeini im Gegenschnitt in Damenunterwäsche wühlen ließ.


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Steckbrief

Geboren am 19.12.1934 in Alkmaar, Niederlande
Nationalität: Niederländer
Wohnort: bei Bremen, Deutschland
Größe: k.A. cm
Gewicht: k.A. kg


Ab 1984 lief Die verflixte Sieben, eine Show, die an den Erfolg vom laufenden Band anknüpfen sollte. Jeder Kandidat erhielt und tauschte während der Sendung sieben symbolische Gegenstände. Jeder Gegenstand stand verschlüsselt für einen Gewinn oder eine Niete. Ziel war es, am Schluss das zurückbehaltene, vermeintlich wertvollste Symbol gegen einen Gewinn - der eben auch eine Niete sein konnte - einzutauschen. Zum geflügelten Wort entwickelte sich dabei der in jeder Folge mehrfach vorkommende Ausspruch:"Das wäre Ihr Preis gewesen!" Eine weitere, mittlerweile mancherorts bereits als "Kult" bezeichnete Sendung startete 1987 mit der Verkupplungs-Show Herzblatt. Die Sendung läuft bis heute und wird zurzeit von Alexander Mazza, dem nunmehr siebten Showmaster, moderiert. 1988 bis 1992 moderierte Rudi Carrell eine wiederum als Rudi-Carrell-Show / "Lass dich überraschen" bezeichnete Sendung in der ARD (24 Folgen), in der den Kandidaten überraschend ihre Herzenswünsche erfüllt wurden und Imitatoren von Musikstars auftraten. Zur Einführung der neuen 5-stelligen deutschen Postleitzahlen 1993 moderierte er auf RTL eine neue Show („Die Post geht ab!"), die diese Änderung den Bürgern näher bringen sollte. Bald wurde das Format eingestellt, u.a. auch weil es zu sehr an seine frühere Sendung Am laufenden Band erinnerte. Seit 1996 produzierte und moderierte er die Show 7 Tage, 7 Köpfe, die vom Privatsender RTL ausgestrahlt wurde. Ende 2002 zog er sich vom aktiven Dienst vor der Kamera zurück und arbeitet nun nur noch hinter den Kulissen. In einem Interview im November 2005 bestätigte der Showmaster gegenüber der Zeitschrift Bunte, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. Krank fühle er sich aber trotzdem nicht: „Krank sein heißt Fieber, Schmerzen, Übelkeit“, so Carrell in dem Gespräch. Ihm seien „all diese typischen Krankheitssymptome bisher Gott sei Dank erspart“ geblieben, aber er habe sich nach 51 Jahren mit bis zu drei Packungen Zigaretten pro Tag endlich das Rauchen abgewöhnt. Bei der Aufzeichnung der letzten Folge 7 Tage, 7 Köpfe hat Carrell noch einmal selbst mitgewirkt. Stumm tritt er auf und gibt noch einmal den Running Gag der Show zum Besten: Er schüttet mit Hilfe eines Seiles ein Glas Wasser über die Hose von Harald Schmidt und verschwindet wortlos. Die Sendung wurde am 30. Dezember 2005 ausgestrahlt. In einem aktuellen Interview scherzte Carrell: "Gags, die wir für ,7 Tage – 7 Köpfe‘ nicht gebrauchen können, hebe ich auf. Und wenn ich in den Himmel komme, werde ich damit etwas nebenbei verdienen." Am 2. Februar 2006 freute sich der schwer erkrankte Rudi Carrell sichtlich über die Ehrung für sein Lebenswerk mit der Goldenen Kamera in Berlin. Ihm war seine Krankheit anzusehen, auch seine Stimme klang schwach und heiser. Dennoch konnte er sein Scherzen nicht lassen und sagte: "Die Tatsache, dass ich hier heute Abend sein kann, verdanke ich vor allem meiner Krankenkasse, dem Klinikum Bremen-Ost und der deutschen Pharmaindustrie." Und er fügte hinzu: „Mit so einer Stimme kann man in Deutschland noch Superstar werden.“




Autogrammadresse:

Rudi Carrell
Heisterort 11
28857 Wachendorf-Syke
Deutschland
Fanclubs:

 Rudi Carrell Die inoffizielle Fanseite



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