Rosa von Praunheim
Prof. Rosa von Praunheim (eigentlich Holger Bernhard Bruno Mischwitzki) ist ein deutscher Filmregisseur und gilt als wichtiger Vertreter des postmodernen deutschen Films. Er war vor allem mit seinem Dokumentarfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ von 1970 Wegbereiter und einer der Mitbegründer der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland.
Von Praunheim wuchs als Holger Mitschwitzki in Ostberlin auf, 1953 flüchtete die Familie in den Westen, zunächst ins Rheinland und zog anschließend nach Frankfurt am Main. Das Humanistische Gymnasium in Frankfurt verließ von Praunheim mit der Mittleren Reife, um an der Werkkunstschule in Offenbach und später an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin (West) in der Abteilung Freie Malerei zu studieren, ohne aber einen Abschluss zu erlangen.
In den 1960er Jahren debütierte er mit Experimental- und Kurzfilmen, wie „Samuel Beckett“ (1969), mit denen er sich bald einen Namen machte. Im gleichen Jahr heiratete er die Schauspielerin Carla Aulaulu; 1971 ließ sich das Paar scheiden. Mitte der 1960er Jahre nahm er den Künstlernamen „Rosa von Praunheim“ an, der eine Reminiszenz an den Frankfurter Stadtteil Praunheim und den rosa Winkel darstellt, den schwule Gefangene in Konzentrationslagern tragen mussten.
Praunheims erster großer Spielfilm entstand 1970: „Die Bettwurst“ wurde zum Kultfilm, auf den 1973 eine Fortsetzung („Berliner Bettwurst“) folgte. Ebenfalls 1970 erregte von Praunheim Aufsehen mit seiner Dokumentation Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt, die zur damaligen Zeit unter anderem zur Gründung zahlreicher Homosexuelleninitiativen führte.
Großes Aufsehen erregte Rosa von Praunheim am 10. Dezember 1991 durch die von ihm in Deutschland losgetretene Outing-Debatte, als er unter anderem den Moderator Alfred Biolek, den Schauspieler Götz George, den Komiker Hape Kerkeling, die SPD-Politiker Helmut Schmidt und Johannes Rau
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