Ray Charles

Ray Charles (gebürtig Raymond Charles Robinson) war ein über fünfzig Jahre lang aktiver afro-US-amerikanischer Starmusiker (Klavier, Gesang, Komposition, Arrangement). Ray Charles Robinson, in Armut zur Zeit der Rassentrennung aufwachsend, erblindete mit sieben Jahren. Er besuchte die St.-Augustin-Schule für Gehörlose und Blinde. Dort lernt er, Klavier und Klarinette zu spielen. Als seine Mutter im Mai 1945 starb, die ihn alleine großgezogen hatte, war Charles vierzehn. Er begann als Musiker in Florida zu arbeiten. 1947 zog er nach Seattle, Washington. Er nahm seine erste Schallplatte Baby, Let Me Hold Your Hand 1951 bei dem Swingtime Label auf. Seine frühen Aufnahmen waren Rhythm and Blues und ahmten Charles Brown und Nat King Cole nach. Er machte eine Tournee mit Lowell Fulson und spielte mit Guitar Slim und Ruth Brown. Erst bei Atlantic Records (1952-1959) wurde seine Musik in mehrfacher Weise (Gesang, Instrumentalstil, Komposition, Arrangement) unverwechselbar, da er Gospel- und Jazzeinflüsse betonte. Damit wurde er der wichtigste Wegbereiter des Soul. Sein erster Erfolg dieser Art war Mess Around, der auf dem Klassiker Pinetop's Boogie Woogie (1929) von Pinetop Smith basierte. Es folgten It Should Have Been Me, I've Got A Woman (1955), This Little Girl Of Mine, Drown In My Own Tears, Hallelujah I Love Her So und Lonely Avenue. Während er die Hitparaden stürmte, verfiel er dem Heroin, das seine Karriere mehrmals an kritische Punkte brachte. 1965 wurde er wegen Heroinbesitzes zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt und machte einen Entzug. Ende der 1970er Jahre unterzog sich Ray Charles einer Entziehungskur und lebte seitdem ohne Drogen. Nach seinem Auftritt auf dem Newport Jazz Festival 1958 wuchs sein Erfolg mit The Night Time Is The Right Time und vor allem What'd I Say. Diese Phase seiner Karriere ist auf dem Live Album Ray Charles In Person (1958) zusammengefasst. Hier ist auch der erste öffentliche Auftritt von What'd I Say aufgezeichnet, später produzierte er davon eine Studio-Version. Charles machte Aufnahmen mit großen Orchestern und Jazzkünstlern wie Milt Jackson sowie mit Country-Musikern wie Hank Snow: I'm Movin' On. 1959 wechselte er zu ABC Records, wo vor allem Popmusikelemente in seine Musik flossen und Songs wie Unchain My Heart und Hit The Road, Jack entstanden.


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Steckbrief

Geboren am 23.09.1930 in Albany, Georgia, USA
Verstorben am 10.06.2004


1962 überraschte Charles das Publikum mit seinem Album Modern Sounds In Country And Western Music, das er bei ABC aufgenommen hatte. Diesem folgten Hits wie You Are My Sunshine, Crying Time, Busted und Take These Chains From My Heart. Anschließend produzierte er 1966 Ashford & Simpsons Lets Go Get Stoned. In den 1960er Jahren erfuhr seine Musik eine gewisse Kritik. Er konzentrierte sich auf Liveauftritte, und seine Version von Georgia On My Mind, ein Song Hoagy Carmichaels, eigentlich für ein Mädchen namens Georgia geschrieben, wurde ein Hit (und 1979 zur Hymne des US-Staates Georgia). Weiteren Erfolg hatte er mit seiner Version von America The Beautiful. Den auch finanziell weitaus erfolgreichsten schwarzen Entertainer seiner Generation nennen unzählige Popmusiker als wichtigen Einfluss. Er zählt zur Rock and Roll Hall of Fame und ist Mitglied der Blues Hall of Fame (seit 1982), der Songwriters' Hall of Fame, der Grammy Hall of Fame, der Jazz Hall of Fame, der Georgia Music Hall of Fame, der Florida Artists Hall of Fame, und der Playboy Hall of Fame. 1998 erhielt er den inoffiziellen Nobelpreis für Musik, den Polar Music Prize. Ray Charles verstarb am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren an einer Lebererkrankung. Seine erste Lebenshälfte wurde 2004 mit Jamie Foxx (Oscar) verfilmt. Ray Charles liegt auf dem Inglewood Park Cemetery in Los Angeles County begraben.




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