Marco Pantani

Marco Pantani war ein italienischer Profi-Radrennfahrer. Er wird heute als der beste Bergspezialist der 90er Jahre und einer der besten Bergfahrer des Radsports überhaupt angesehen. 1998 gewann er die Tour de France - als erster reiner Kletterer seit Lucien Van Impe 1976 und als erster Italiener seit Felice Gimondi 1965. Im selben Jahr gewann Pantani auch den Giro d'Italia. Marco Pantani trat 1994 ins Rampenlicht, als er seine erste Tour de France in Paris als Dritter und bester Jungprofi beendete. Im selben Jahr wurde er Zweiter beim Giro d'Italia, wo er zwei Etappen gewann und vor dem großen Miguel Indurain ins Ziel kam. Ein Jahr darauf konnte er in Frankreich zwei Bergetappen, darunter den legendären Anstieg nach L'Alpe d'Huez, für sich entscheiden. Noch heute hält er übrigens den Rekord für die schnellste Bewältigung dieses mystischen Berges vor Lance Armstrong. Seine vielversprechende Karriere schien schon im Oktober 1995 wieder vorbei zu sein, als Pantani bei dem Radrennen Mailand-Turin einen lebensgefährlichen Sturz erlebte. Pantani kam nach langer Rehabilitation wieder zurück, um beim Giro d'Italia 1997 erneut auszuscheiden, als eine schwarze Katze vor ihm die Straße überquerte. Damit war das Sturzpech des Italieners ausgereizt, und er meldete sich schon bei der Tour 1997 mit zwei weiteren Etappensiegen (u. a. wieder in L'Alpe-d'Huez) und dem dritten Gesamtrang zurück. 1998 war schließlich sein Jahr. Pantani - der von der italienischen Presse zunächst wegen seiner abstehenden Ohren Elefantino und später wegen seines ständig getragenen Kopftuches il Pirata (der Pirat) genannt wurde - gewann zunächst den Giro in souveräner Manier und konnte schließlich auch bei der Tour de France triumphieren, indem er dem Favoriten Jan Ullrich (Anmerkung: Ullrich hatte einen Hungerast) bei einer Bergetappe fast neun Minuten abnahm. Damit konnte er nebenbei zwei Grundsätze des Radsports entkräften: Man kann in der heutigen Zeit der Spezialisierung nicht mehr das Double Giro-Tour schaffen. Ein reiner Kletterer gewinnt keine große Rundfahrt.


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Steckbrief

Geboren am 13.01.1970 in Cesenatico, Italien
Verstorben am 14.02.2004


Überschattet wurde sein großer Erfolg, der ihn zum beliebtesten Sportler Italiens machte, allerdings vom Dopingskandal der Tour de France 1998. Er selbst wurde vom Thema Doping ironischerweise erst ein Jahr später eingeholt, als er beim Giro d'Italia 1999 nach seinem 4. Etappensieg in Madonna di Campiglio wegen eines, möglicherweise auf die Nutzung der verbotenen Substanz Erythropoietin (EPO) hinweisenden, jedoch nicht beweisenden, überhöhten Hämatokritwertes disqualifiziert wurde. Pantani lag zu diesem Zeitpunkt zwei Tage vor Ende des Giro mit 5:38min wohl uneinholbar in Führung. Nach "Madonna di Campiglio" begannen die psychischen Probleme von Marco Pantani. Er setzte fast ein ganzes Jahr mit dem Radsport aus und kehrte erst - nach einem kurzen Versuch in Spanien im März 2000 - anlässlich des Giro 2000 unter dem großen Jubel der nach wie vor zahlreichen Fans in den Radsport zurück. Bei der Tour de France 2000 gewann er zwei Etappen (hinauf zum Mont Ventoux und zwei Tage später die nach Courchevel). Die Jahre 2001 und 2002 waren überschattet von psychischen Problemen und Depressionen, auch fällt in diese Zeit der Beginn seiner Drogensucht. Im Jahr 2003 jedoch raffte sich Marco Pantani nochmals auf, trainierte wieder ernsthaft und fuhr einen sehr beeindruckenden Giro, vor allem die Etappe zum Zoncolan begeisterte seine immer noch zahlreichen Fans. Nur ein Sturz verhinderte eine Platzierung unter den Top 5. Jedoch war dies nur noch ein letztes Aufflammen. Nachdem er wiederum nicht zur Tour de France eingeladen wurde, wurde im Juni 2003 bekannt, dass sich Pantani zur Behandlung seiner Depressionen in einer Nervenklinik aufhielt. Am 14. Februar 2004 fand man Pantani tot in einem Hotelzimmer in Rimini. Die Vermutung, er habe sich getötet, nachdem man mehrere leere Packungen verschiedener Antidepressiva gefunden hatte, wurde vom ermittelnden Staatsanwalt zwar ausgeschlossen, jedoch noch nicht endgültig widerlegt. Die Obduktion ergab als Todesursache einen Herzstillstand infolge eines Hirn- und Lungenödems. Wie am 19. März 2004 durch den offiziellen Autopsie-Bericht bekannt wurde, starb Pantani an einer Überdosis Kokain. Seine Drogenabhängigkeit war in seinem Freundeskreis bereits länger bekannt gewesen.




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