Loriot

Loriot, geboren als Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow ist ein deutscher Komiker, Zeichner, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Professor für Theaterkunst. Bülow entstammt einem alten mecklenburgischen Adelsgeschlecht und ist der Sohn des Polizeimajors Johann-Albrecht von Bülow (1899–1972) und dessen erster Ehefrau Charlotte von Roeder (1899–1929). Die Ehe der Eltern wurde am 26. Juli 1928 in Gleiwitz (Schlesien) geschieden. Vicco von Bülow heiratete am 8. Mai 1951 in Hamburg-Nienstedten die Modezeichnerin Rose-Marie Schlumbom (* 22. Juni 1929 in Manila, Philippinen). Sie ist die Tochter des Kaufmanns Peter Schlumbom und seiner Frau Frieda Kuß. Bülow wuchs mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Johann-Albrecht seit 1927 bei Großmutter und Urgroßmutter auf, die in Berlin zusammen eine Wohnung hatten 1933 zogen die Geschwister wieder zu ihrem Vater, der nach dem Tod der Mutter 1929 im Jahr 1932 erneut geheiratet hatte. 1938 zog die Familie nach Stuttgart. Dort besuchte Bülow das humanistische Eberhard-Ludwigs-Gymnasium, das er 1941 siebzehnjährig mit Notabitur verließ. Er begann entsprechend der Familientradition eine Offizierslaufbahn. Anschließend folgte ein dreijähriger Militäreinsatz an der Ostfront in der Sowjetunion. In einer Talkshow berichtete von Bülow vor Jahren, wie ihn damals auf dem Vormarsch im Kaukasus die Begegnung mit Kamelen beeindruckte. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er kurzzeitig als Holzfäller in Niedersachsen, 1946 legte er das Voll-Abitur ab. Auf Anraten des Vaters studierte er von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik an der Kunstakademie (Landeskunstschule) in Hamburg. Nach dem Abschluss legte Bülow erste Arbeiten als Werbegrafiker vor und erfand das charakteristische „Knollennasenmännchen“. Ab 1950 war Bülow als Cartoonist zunächst für das Hamburger Magazin „Die Straße“, im Anschluss für den Stern tätig. Seit dieser Zeit verwendete er den Künstlernamen Loriot, die französische Bezeichnung des Pirol, des Wappentiers der Familie von Bülow. Pirol ist gleichzeitig die französische Übersetzung für den Vogel Bülow, der hierzulande auch unter dem Namen Goldamsel bekannt ist. Es folgten weitere Arbeiten für Weltbild und Quick. Die Aufträge waren jedoch nur jeweils von kurzer Dauer (er zeichnete beispielsweise nur sieben Folgen für den "Stern"). In der Folge versuchte Loriot, seine Zeichnungen als Buch herauszubringen; diverse deutsche Verleger (unter anderem Ernst Rowohlt) zeigten kein Interesse.


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Steckbrief

Geboren am 12.11.1923 in Brandenburg an der Havel, Deutschland
Nationalität: Deutscher
Wohnort: k.A.
Größe: k.A. cm
Gewicht: k.A. kg


Erst der Schweizer Diogenes Verlag sagte zu. 1954 erschien dort Loriots erster eigener Cartoonband (Auf den Hund gekommen). 1959 hatte Loriot eine kleinere Rolle als Schauspieler in Bernhard Wickis Film Die Brücke, 1962 war er erneut mit einer Mini-Rolle als Meldeoffizier in Andrew Martons Kriegsfilm Der längste Tag vertreten. 1967 wechselte Loriot das Medium: Er moderierte zunächst die Fernsehsendung Cartoon für die ARD, die er auch als Autor und Co-Regisseur verantwortete. Loriots anfänglich reine Moderation wurde zunehmend zu einem eigenständigen humoristischen Element der Sendung; zudem brachte Loriot bald eigene Zeichentrickfilme ein und verließ damit künstlerisch die engen Rahmenbedingungen, die das Medium Zeitschrift seinen Zeichnungen auferlegt hatte. 1971 erschuf Loriot mit dem Zeichentrick-Hund Wum ein Maskottchen für die Aktion Sorgenkind in der ZDF-Quizshow Drei mal Neun, dem er selbst auch die Stimme verlieh. Zu Weihnachten 1972 wurde Wum dann zum Gesangsstar: Mit dem Titel Ich wünsch' mir 'ne kleine Miezekatze war er so erfolgreich, dass er für neun Wochen die Spitze der deutschen Hitparade innehielt. Dabei handelte es sich bei Wums Gesang um von Bülows Sprechgesang. Wum blieb auch in der Nachfolgesendung Der große Preis bis in die 1990er Jahre hinein als Pausencartoon erhalten, bald schon als Duo zusammen mit dem Elefanten Wendelin und später mit dem "Blauen Klaus", einem Außerirdischen, der mit seiner Untertasse einschwebt. 1976 entstand die sechsteilige Fernsehserie Loriot, in der er sowohl gezeichnete wie auch selbst gespielte Sketche (letztere oft zusammen mit seiner Partnerin Evelyn Hamann) präsentiert. Diese Sketche erlangten einen legendären Ruhm in Deutschland, wurden noch 25 Jahre später regelmäßig wiederholt und sind inzwischen komplett auf DVD erhältlich. Eine besondere Liebe verbindet Loriot auch mit der klassischen Musik und der Oper. 1982 dirigierte er das humoristische Festkonzert zum 100sten Geburtstag der Berliner Philharmoniker. Seine Erzählfassung von Camille Saint-Saëns' Karneval der Tiere führte Loriot wiederholt mit dem Scharoun Ensemble auf, einem Kammermusikensemble aus Musikern der Berliner Philharmoniker. Als Opernregisseur inszenierte Loriot Friedrich von Flotows Martha und Carl Maria von Webers Der Freischütz . 1988 drehte Loriot als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller den Film Ödipussi, 1990 folgte dann Pappa ante Portas. Im April 2006 gab Loriot bekannt, sich als Fernsehschaffender zurückzuziehen, da seiner Meinung nach in diesem Medium wegen der entstandenen Schnelllebigkeit keine humoristische Qualität mehr zu erzielen sei. Loriots enorme Popularität, seine treffsichere Sprache und Komik, die jedoch nie verletzend wirkt, hat dazu geführt, dass manche seiner Formulierungen und Erfindungen im deutschen Sprachraum Allgemeingut wurden. Dazu gehören sicher das Jodeldiplom, die Steinlaus und der Kosakenzipfel, aber auch Sätze wie „Da hat man was eigenes!“, „Bitte sagen Sie jetzt nichts ...“ oder das lakonische „Ach was!“.




Autogrammadresse:

Loriot
Höhenweg 19
82541 Münsing-Ammerland

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