Joe Frazier

Joseph "Joe" William Frazier ist ein US-amerikanischer Boxer und ehemaliger Weltmeister im Schwergewicht. Sein Kampfname lautete Smokin' Joe. Frazier, der 12 Geschwister hatte, wuchs in einer ländlichen Gegend in South Carolina auf. Mit 15 Jahren ging er zunächst nach New York, später dann nach Philadelphia und begann dort seine Boxkarriere. Nach eigenen Angaben schlug er auf dem Schlachthof auf Rinderhälften ein, was Sylvester Stallone in seinen Film "Rocky" einbaute, der auch in Philadelphia spielt. Er verlor als Amateur gegen seinen Landsmann Buster Mathis, doch dieser verletzte sich an der Hand und so fuhr Frazier zu den Olympischen Spielen 1964 in Tokio, wo er die Goldmedaille gegen den deutschen Hans Huber gewann. Danach wurde er Profi und gewann seinen ersten Kampf, gegen Woody Goss, am 16. August 1965 durch Technischen KO (TKO) in der ersten Runde. Auch seine nächsten 18 Kämpfe gewann er, davon 16 durch KO. Herausragend war dabei u.a. seine Kondition, wenn er ins Rollen kam, widerstand ihm niemand mehr. Fraziers bester Schlag war sein linker Haken. Im Kampf gegen Oscar Bonavena musste Frazier zwei mal zu Boden, besiegte ihn aber. Hier zeigte sich auch ein Manko seiner Kampfweise, er brauchte immer mehrere Runden, um richtig in Fahrt zu kommen, beide Niederschläge geschahen in der zweiten Runde. Sein Trainer war Eddie Futch, der auch Ken Norton und später Riddick Bowe betreute. Am 4. März 1968 gewann er im New Yorker Madison Square Garden den vakanten Meistertitel der New York State Athletic Commission (aus dem der WBC-Titel wurde) gegen seinen alten Gegner aus Amateurzeiten, Buster Mathis Sr., durch TKO in der 11. Runde. Diesen Titel verteidigte er bis 1969 vier Mal. Zu dieser Zeit waren die WM-Titel geteilt. Nach den juristischen Problemen Muhammad Alis veranstaltete die konkurrierende WBA ein Turnier der vermeintlichen Topleute, an dem Frazier aber nicht teilnehmen wollte. Am 16. Februar 1970 fand dann eine Vereinigung der Titel statt. Er wurde Weltmeister der Verbände World Boxing Association und World Boxing Council durch einen klaren Sieg gegen den ehemaligen Mittelgewichtler Jimmy Ellis, der nach zwei Niederschlägen in Runde 4 nicht mehr zur 5. Runde antrat. Am 8. März 1971 kämpfte Frazier erstmals gegen Muhammad Ali, einer der am meisten erwarteten Schwergewichtstitelkämpfe aller Zeiten. Beide Fighter kassierten die damals sehr hohe Summe von 2,5 Mio $ pro Mann. Frazier brachte Ali während der zweiten Kampfhälfte in K.O. Gefahr und schlug ihn in der letzten Runde mit einem nahezu perfekten linken Haken zu Boden.


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Steckbrief

Geboren am 12.01.1944 in Beaufort, South Carolina, USA
Nationalität: Amerikaner
Wohnort: USA
Größe: 181 cm
Gewicht: k.A. kg


Er gewann einstimmig nach Punkten und fügte Ali damit die erste Niederlage in dessen Profikarriere zu. Dieser Kampf wurde von der Fachzeitschrift Ring Magazine zum Kampf des Jahres gewählt und wird heute noch als "Kampf des Jahrhunderts" tituliert. Er gilt, wie das dritte Duell der beiden Kontrahenten, als absoluter Klassiker unter den Schwergewichtstitelkämpfen. Am 22. Januar 1973 verlor Frazier den WM-Titel gegen George Foreman, ebenfalls ein Olympiasieger (von 1968), durch TKO in der 2. Runde nach insgesamt sechs Niederschlägen. Frazier, der hier nicht austrainiert wirkte, war als Favorit in den Ring gegangen, ließ sich aber vom hart schlagenden, deutlich größeren Foreman früh erwischen. Am 28. Januar 1974 trat Frazier in einem WM-Ausscheidungskampf zum zweiten Mal gegen Ali an und verlor diesen als - im Vergleich zum ersten und dritten Duell- weniger spektakulär angesehenen Kampf, der auf 12 Runden angesetzt war, einstimmig nach Punkten. Die New York Times wertete allerdings auch diesen Kampf für Frazier, das war aber nicht die Mehrheitsmeinung der Journalisten. Nach der Niederlage gegen Foreman war Frazier nicht mehr der Alte und versuchte mit sehr vorsichtigem Matchmaking (noch mal gegen Jimmy Ellis und Jerry Quarry) einen weiteren Titelkampf zu erreichen. Legendär ist der dritte Kampf zwischen ihm und Ali am 1. Oktober 1975, bei dem es wieder um die Weltmeisterschaft ging, die Ali sensationell gegen Foreman zurückgewonnen hatte. Ali gewann den so genannten Thrilla in Manila durch TKO in der 14. Runde, weil Frazier mit einem geschwollenen Auge aus dem Ring genommen wurde.. Nach einer weiteren Niederlage am 15. Juni 1976 gegen Foreman in einem Nicht-Titelkampf beendete Frazier einstweilen seine Karriere und arbeitete in Philadelphia als Boxtrainer. Im Film Rocky hatte er einen Gastauftritt. 1981 versuchte er ein Comeback gegen Floyd Cummings, trat nach einem Unentschieden aber endgültig zurück. 1996 veröffentlichte er seine Autobiographie Smokin' Joe (ISBN 0-02-860847-X). Ein großer Teil des Buches beschäftigt sich mit seiner Rivalität zu Muhammad Ali, den er nur Cassius Clay nennt. Dieser hatte ihn vor ihren Kämpfen wiederholt provoziert und Frazier wegen seines angeblich mangelnden Engagements für die schwarze Bürgerrechtsbewegung als "Champion des weißen Mannes" bezeichnet, gleichzeitig seine Bodenständigkeit verspottet und behauptet, ihm intellektuell überlegen zu sein. Noch heute hasst Frazier Ali von ganzem Herzen und äußerte sich wiederholt hämisch über dessen schwere Erkrankung, so unter anderem als Ali 1996 das Olympische Feuer von Atlanta anzündete. Sein Sohn Marvis Frazier und seine Tochter Jackie Frazier-Lyde waren ebenfalls im Boxsport aktiv. Frazier leidet heute an Diabetes und Bluthochdruck.




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