Jenny Gröllmann

Jenny Gröllmann war eine deutsche Schauspielerin. Jenny Gröllmann war die Tochter von Otto und Gertrud Gröllmann. Ihr Vater, der in den dreißiger Jahren auf Seiten der Republik am Spanischen Bürgerkrieg teilgenommen hatte, arbeitete als Bühnenbildner, ihre Mutter als Theaterfotografin. Zwei Jahre nach der Geburt siedelte ihre Familie 1949 aus beruflichen Gründen in die Sowjetische Besatzungszone nach Schwerin über und zog 1955 schließlich nach Dresden um, wo ihr Vater eine neue Anstellung erhalten hatte. Jenny Gröllmann ging dort auf die Schule und entwickelte früh eine Leidenschaft für das Theater. Bereits als 14-jährige spielte sie 1961 in Brechts „Die Gesichte der Simone Marchard“ unter der Regie von Ottofritz Gaillard die Hauptrolle. Von 1963 bis 1966 besuchte Jenny Gröllmann die Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Nachdem sie diese abgeschlossen hatte, bekam sie eine Anstellung am Berliner Maxim-Gorki-Theater, an dem sie insgesamt 26 Jahre engagiert war. 1967 gab sie in dem DEFA-Film „Geschichten jener Nacht“ ihr Film-Debüt. Weitere DEFA-Filme und Fernseharbeiten folgten. Nach Erfolgen am Maxim-Gorki-Theater erhielt sie auch Engagements am Berliner Renaissance-Theater, am Schlosspark-Theater und den Hamburger Kammerspielen. Im bundesdeutschen Fernsehen wurde sie in der Rolle der Rechtsanwältin Isolde Isenthal in der Fernsehserie „Liebling Kreuzberg“ mit Manfred Krug bekannt. Jenny Gröllmann war in erster Ehe mit dem Regisseur Michael Kann verheiratet. 1969 kam ihre Tochter Jeanne Gröllmann, deren Vater Thomas Goguel ist, heute erfolgreiche Maskenbildnerin, zur Welt. Nach der Scheidung von Kann Anfang der achtziger Jahre heiratete sie 1984 den Schauspieler Ulrich Mühe. 1985 wurde ihre Tochter Anna Maria Mühe geboren, die ebenfalls Schauspielerin wurde. Seit der Scheidung von Mühe 1990 lebte Gröllmann mit dem Filmarchitekten Claus-Jürgen Pfeiffer zusammen, den sie 2004 heiratete. 1999 erkrankte Jenny Gröllmann an Unterleibs-Krebs, konnte die Krankheit durch Chemotherapie und Bestrahlungen aber zunächst besiegen. 2002 wurde bei der Schauspielerin erneut Krebs diagnostiziert, weswegen sie 2005 ihre Rolle in der Fernsehserie „Sturm der Liebe“ aufgeben musste. Im August 2006 erlag Gröllmann ihrer Krankheit. Zusammengefasst muss man sagen "Gröllmann darf nicht IM genannt werden", obwohl es eine Akte des MfS gibt. Über deren Inhalt und Interpretation wird gestritten, wobei sich der derzeitige Stand wie folgt darstellt:


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Steckbrief

Geboren am 05.02.1947 in Berlin, Deutschland
Verstorben am 09.08.2006


Die Zeitschrift „Superillu“ veröffentlichte 2001 Auszüge aus einer 522-seitigen Akte der Gauck/Birthler-Behörde, nach der Jenny Gröllmann zwischen 1979 und 1989 als IM „Jeanne“ bei der HA II/13 des MfS geführt wurde. Nach Interview-Äußerungen Ulrich Mühes über die Vorwürfe im 2006 erschienenen Buch zum Film „Das Leben der Anderen“ erwirkte Gröllmann mit einem Anwalt aus der Berliner Sozietät der Rechtsanwälte Panka, Venedey, Kolloge, Gysi, Langer vor dem Landgericht Berlin einstweilige Verfügungen gegen den Verlag des Buches sowie gegen ihren Ex-Ehemann. Sie erklärte eidesstattlich, sie habe nie wissentlich mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammengearbeitet. Gestützt wurde ihre Darstellung durch die Aussage des mit dem Vorgang befassten ehemaligen Stasi-Majors, er habe sich ihr gegenüber stets als Kriminalpolizist ausgegeben und Teile der Akte gefälscht. Ein wissenschaftliches Gutachten der FU Berlin kommt zwar zu dem Schluss, das MfS-Schriftgut weise Jenny Gröllmann eindeutig als IM des MfS aus, hat aber vor Gericht keinen Bestand. Das Gericht gab dem Antrag Gröllmanns statt und untersagte die weitere Verbreitung des Buches. Zwar kündigte der unterlegene Verlag umgehend an, gegen die Verfügung Widerspruch einzulegen, sah bisher jedoch davon ab. Nachdem der Verkauf des Buches für zwei Wochen eingestellt war, wird es seit dem 25. April 2006 mit geschwärzten Zeilen der Antworten Mühes zu seiner Ex-Frau verkauft. Den Widerspruch Mühes wies das Gericht ab und untersagte ihm, Jenny Gröllmann weiterhin als IM zu bezeichnen, da die Unterlagen des MfS nur „Verdachtsmomente“, jedoch keine Tatsachen lieferten.




Autogrammadresse:

Jenny Gröllmann
Agentur Tatsch
Normannenstraße 1-2
10367 Berlin
Deutschland
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