Javier Castillejo

Javier Castillejo ist ein spanischer Boxer. Seine Bilanz war 21 Siege, 2 Niederlagen. Castillejo wurde 1988 Profi im Weltergewicht und verlor bereits in seinem achten Kampf 1989 gegen den erfahreneren Briten Del Bryan (24 Kämpfe) nach Punkten. Er gewann 1990 die spanische Meisterschaft der Klasse, besiegte aber niemand von Rang und Namen bevor er eine Klasse aufstieg. 1993 verlor er gegen den hart schlagenden argentinischen Rechtsausleger Julio César Vásquez im Kampf um dessen WBA-Halbmittelgewichtstitel nach Punkten. Im Jahr 1994 gelang ihm schließlich seinen erster bedeutender internationaler Titelgewinn. Durch einen vorzeitigen Sieg in der sechsten Runde über den Franzosen Bernard Razzano sicherte sich Castillejo die Europameisterschaft. Razzano hatte den Titel zuvor sensationell durch einen KO-Sieg gegen seinen indisponierten Landsmann Laurent Boudouani gewonnen. Castillejo verteidigte den EM-Titel in der Folge vier Mal bevor es 1995 zur Begegnung mit Boudouani selbst kam. Gegen Castillejo war Boudouani 1995 jedoch wieder in Topform und holte sich den Titel nach einseitigem Kampfverlauf durch KO wieder zurück. Es war die einzige KO-Niederlage in Castillejos Karriere, was bei seinem offensiven Kampfstil auf überdurchschnittliche Nehmerqualitäten schließen lässt. Im Rückkampf gewann Boudouani jede einzelne Runde und siegte nach Punkten. Die Kämpfe gegen Boudouani und Vásquez etablierten ein Muster, dass sich auch später immer wiederholen sollte. Gegen die Weltklasse hatte er scheinbar zu wenig Talent, um sich durchzusetzen. Andererseits schlug er immer wieder Gegner der sogenannten "zweiten Reihe" recht sicher, gewann 1998 gegen den Russen Dottuev den EM-Titel zurück und wurde Nummer 1 der WBC Rangliste. 1999 profitierte er wieder davon, dass ein Titelträger sensationell verloren hatte; Keith Mullings hatte 1997 Terry Norris KO schlagen und den WBC-Titel gewinnen können. Das machte Mullings dennoch nicht zum großen Namen in den USA und die Spanier konnten die Versteigerung des Kampfes gewinnen. Castillejo schlug Mullings am 29. Januar 1999 in Spanien knapp nach Punkten und war damit nicht nur Titelträger der WBC sondern auch linearer Weltmeister im Halbschwegewicht.


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Steckbrief

Geboren am 22.03.1968 in Parla, Spanien
Nationalität: Spanier
Wohnort: Madrid, Spanien
Größe: 178 cm
Gewicht: k.A. kg


Da aber seine Defizite bekannt waren und die fünf Gegner, gegen die er den Titel erfolgreich verteidigte, als schwach galten, schlug dem in diese Klasse aufsteigenden Óscar de la Hoya insbesondere in der Latino-Presse Amerikas großer Hohn entgegen als er den Spanier herausforderte, Castillejo erfreute sich keines großen Respekts. Der Kampf verlief exakt wie erwartet, de la Hoya gewann 11 von 12 Runden und schlug Castillejo am Schluss sogar zu Boden, konnte ihn aber nicht vorzeitig schlagen. 2002 gelang Castillejo ein bemerkenswerter Sieg nach Punkten über den ungeschlagenen Russen und späteren IBF-Weltmeister Roman Karmazin, es schien aber so als ließe er seine Karriere ausklingen. 2005 unterlag er im Alter von 37 Jahren in einem zweiten US-Auftritt dem als auf dem absteigenden Ast geltenden Amerikaner Fernando Vargas, wieder hoch nach Punkten, was seinen schlechten Ruf in den USA zementierte. Am 15. Juli 2006 erhielt er gegen Felix Sturm eine Klasse höher im Mittelgewicht eine Titelchance. Der Kampf wurde allgemein als vermeintlich leichte freiwillige erste Titelverteidigung für Sturm gegen einen in die Jahre gekommenen ehemaligen Halbmittelgewichtler angesehen. Dementsprechend ging Castillejo als 10 zu 1 Außenseiter bei den Buchmachern in den Kampf. Doch Sturm wollte, nachdem er in seinem letzten Kampf ausgebuht worden war, kämpferische Qualitäten demonstrieren und tauschte mehrfach mit dem anstürmenden Spanier in der Halbdistanz ab. So ging er erstmals in seiner Profikarriere in der zweiten Runde zu Boden und wurde nach schweren Wirkungstreffern in der zehnten Runde aus dem Kampf genommen. Castillejo gewann somit völlig überraschend den "regulären" WBA Titel. "Echter Weltmeister" des WBA-Verbandes und allgemein der Mittelgewichtsklasse ist dennoch weiterhin Jermain Taylor.




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