Gunter Sachs
Fritz Gunter Sachs ist ein deutscher Fotograf, Dokumentarfilmer, Kunstsammler und Astrologieforscher. Aufgrund seines ungewöhnlichen und extrovertierten Lebensstil wurde er besonders in den 60er und 70er Jahren als Prototyp des Gentleman-Playboys bekannt.
Gunter Sachs wurde in Mainberg (Franken) als jüngerer Sohn von Willy Sachs, damaliger Alleininhaber der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs AG, geboren. Sein Großvater väterlicherseits war Geheimrat Ernst Sachs, der Erfinder des Fahrrad-Freilaufs und Mitgründer des Unternehmens. Der Großvater mütterlicherseits, Wilhelm von Opel, war der Sohn des Opel-Gründers Adam Opel.
Gunter Sachs verbrachte den größten Teil seiner Schulzeit und Studienjahre in der Schweiz. Nach dem Tod des Vaters im November 1958 wurde Sachs' älterer Bruder Ernst-Wilhelm stellvertretender Vorstandsvorsitzender der stark expandierenden Sachs-Gruppe in Schweinfurt (bis 1967). Gunter Sachs selbst trat als stellvertretender Vorsitzender in den Aufsichtsrat ein, wo er bis Ende der 70er Jahre aktiv blieb. Ab 1976 veräußerten die beiden Brüder ihre Anteile an Fichtel & Sachs in mehreren Aktienpaketen, 1987 wurde die Aktienmehrheit am Unternehmen durch die Mannesmann AG übernommen. Seit 2001 gehört es zu 100% zur ZF Friedrichshafen AG.
Sachs studierte Mathematik und Wirtschaft, erwarb ein Dolmetscherdiplom und machte eine Lehre als Bankkaufmann. In den sechziger Jahren wurde er von den Medien als Playboy populär und es dauerte einige Jahre, bis sich sein Ruf als Fotograf und Dokumentarfilmer in der breiten Öffentlichkeit durchsetzte.
Gunter Sachs besitzt eine der bedeutenden Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die er schon in jungen Jahren aufgebaut hat, begünstigt durch enge persönliche Kontakte zu Malern und Bildhauern wie etwa Jean Fautrier, Andy Warhol, César, Arman, Yves Klein, René Magritte, Salvador Dalí, Roy Lichtenstein, Tom Wesselmann, Allen Jones u. a. Viele dieser Künstler waren auch 1969 bei der Gestaltung der legendären Pop-Wohnung im Palace Turm von St. Moritz beteiligt, die in der Kunstwelt nachhaltig Beachtung fand und auch noch im 21. Jahrhundert auf großes Interesse stieß. Bis 1975 unterhielt Sachs eine Kunstgalerie in Hamburg-Pöseldorf, die 1971 mit der ersten Andy-Warhol-Vernissage in Europa eröffnet worden war.
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