Günter Grass

Günter Grass ist ein deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker. Grass war Mitglied der Gruppe 47 und gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Im Jahr 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Günter Grass (damals "Graß" geschrieben) wurde als Sohn eines protestantischen Lebensmittelhändlers und einer Katholikin kaschubischer Abstammung geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Danzig in einfachen Verhältnissen. Die Eltern betrieben ein Kolonialwarengeschäft im Labesweg des Danziger Stadtteils Langfuhr (heute: Wrzeszcz). Die kleine Zweizimmerwohnung hatte kein eigenes Bad. Günter Grass und seine Schwester Waltraut hatten kein eigenes Zimmer. Durch seine katholische Mutter geprägt, wurde Günter Grass Messdiener. Gleichzeitig geriet er unter den Einfluss der NS-Ideologie, obwohl er nach eigenen Angaben von der Hitlerjugend nicht begeistert war. Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich mit 15 Jahren – nach eigenen Angaben, um aus der familiären Enge zu entkommen – freiwillig zur Wehrmacht. Am 10. November 1944, im Alter von 17 Jahren, wurde er zur 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ der Waffen-SS einberufen. Nach einer Verwundung am 20. April 1945 wurde Grass am 8. Mai 1945 bei Marienbad gefangen genommen und war bis zum 24. April 1946 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Grass gab sich bei seiner Gefangennahme den Amerikanern gegenüber als Angehöriger der Waffen-SS zu erkennen. Seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS gab er gegenüber der Öffentlichkeit allerdings erst im August 2006 zu. Zuvor hieß es in den veröffentlichten Biografien des Schriftstellers stets, er sei 1944 Flakhelfer geworden und danach als Soldat einberufen worden. In den Jahren 1947/48 absolvierte er ein Praktikum bei einem Steinmetz in Düsseldorf. Danach studierte er von 1948 bis 1952 an der Kunstakademie Düsseldorf Grafik und Bildhauerei. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zusammen mit dem später bekannten Maler Herbert Zangs als Türsteher im Lokal Ciskos auf der Andreasstraße in der Düsseldorfer Altstadt. Später verewigte er Herbert Zangs, der wie Grass im Krieg Soldat war, als eigenwilligen Maler Lankes in der Blechtrommel. Das Studium setzte er von 1953 bis 1956 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin als Schüler des Bildhauers Karl Hartung fort. Danach lebte er bis 1959 in Paris. 1960 zog er erneut nach Berlin-Friedenau, wo er bis 1972 wohnte. Von 1972 bis 1987 lebte er in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein. 1954 heiratete Grass die Schweizer Ballettstudentin Anna Schwarz.


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Steckbrief

Geboren am 16.10.1927 in Danzig-Langfuhr, heute Polen
Nationalität: Deutsch
Wohnort: Nähe von Lübeck, Deutschland
Größe: k.A. cm
Gewicht: k.A. kg


Die Zeit von Anfang 1956 bis Anfang 1960 verbrachte er mit seiner Frau in Paris, wo auch das Manuskript für "Die Blechtrommel" entstand.1957 wurden dort die Zwillinge Franz und Raoul geboren. 1961, nach der Rückkehr nach Berlin, folgte die Tochter Laura, 1965 wurde der Sohn Bruno geboren, 1974 die Tochter Helene. Die Ehe mit Anna Schwarz wurde 1978 geschieden. 1979 heiratete er in zweiter Ehe die Organistin Ute Grunert, mir der er von August 1986 bis Januar 1987 in Indien, meist in Kalkutta lebte. In den Jahren 1956/57 begann Grass neben ersten Ausstellungen von Plastiken und Graphiken in Stuttgart und Berlin schriftstellerisch tätig zu werden. Im Jahr 1956 debütierte er als Lyriker, sowie 1957 als Dramatiker. Bis 1958 entstanden vor allem Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke, die Grass dem poetischen oder absurden Theater zuordnet. Im Jahr 1960 erschien Grass' erster Roman Die Blechtrommel, mit dem er den Durchbruch schaffte, sodass er international wahrgenommen und gefeiert wurde. In der Wohnung von Grass' Nachbarn und Freund Uwe Johnson in Berlin-Friedenau, der sich zu jener Zeit in New York aufhielt, nistete sich 1967 die Kommune 1 ein, die von dort aus das Pudding-Attentat auf US-Vizepräsident Hubert H. Humphrey plante. Das Attentat scheiterte zwar, führte aber immerhin zu einem beachtlichen Medienspektakel. Auf Bitte Johnsons, der zu der Zeit nicht in Deutschland weilte, ließ Günter Grass die Wohnung von der Polizei räumen. Grass unterstützte oft die SPD in den Wahlkämpfen, so beispielsweise Willy Brandt, den er 1961 kennenlernte, und wurde 1982 deren Mitglied. Mit seinen Ansichten eckte er jedoch auch innerhalb der SPD oftmals an. 1992 kündigte Grass seine SPD-Mitgliedschaft wieder auf, war aber auch danach politisch tätig und setzte sich für die Ideen der Sozialdemokraten ein: 2005 unterstützte er die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis in ihrem Wahlkampf und warb für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer für Besserverdienende. Seine ungewöhnliche Zusammenarbeit mit dem Jazzmusiker Günter Sommer ab 1985 brachte mehrere Tonträger hervor, auf denen der Schriftsteller zur Perkussionsmusik Sommers aus seinen Werken liest. Günter Grass ist offizieller Unterstützer der „LSVD-Aktion 1:1“, die sich für gleiche Rechte und Pflichten bei einer Lebenspartnerschaft einsetzt. 1997 gründete Grass die Otto-Pankok-Stiftung zu Ehren seines ehemaligen Lehrers und als Engagement zu Gunsten der Sinti und Roma. 1999 erhielt Günter Grass im Alter von 72 Jahren den Nobelpreis für Literatur für sein Lebenswerk. Günter Grass lebt heute in der Nähe von Lübeck. In der Hansestadt selbst befindet sich das Günter-Grass-Haus mit dem überwiegenden Teil seiner literarischen und künstlerischen Originalwerke.




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