Floyd Landis
Floyd Landis ist ein US-amerikanischer Radrennfahrer.
Er wuchs in Farmersville in Pennsylvania auf, einer kleinen mennonitischen Gemeinde. Die Mennoniten von Pennsylvania stehen den Amish nahe - einer Sekte, die das moderne Leben strikt ablehnt. Es gab keine Autos, kein Fernsehen, keine Filme und die Frauen durften nicht ohne Kopftücher herumlaufen. Als Floyd anfing Rad zu fahren, gestattete ihm sein Vater dies, solange er dabei züchtig Baumwollhosen trug.
Als Floyd jedoch mit 15 bekannt gab, dass er daraus einen Beruf machen möchte, sagte ihm sein Vater, dass ihn ob solcher Umtriebe Gottes Zorn ereilen würde. Um Floyd von der lästerlichen Aktivität abzubringen, beschäftigte er ihn mit endlosen Aufgaben - das Haus streichen, die Jauchegrube sauber schaufeln, dies und das reparieren.
Der Vater hoffte, dass Floyd nach all dem zu müde sein würde, um noch Fahrrad zu fahren. Doch Floyd gab nicht nach. Er setze sich eben aufs Rad, wenn am Abend alles getan war. Manchmal trainierte er im Dunkeln auf den Landstraßen Pennsylvanias bis vier Uhr in der Frühe. Mit 17 zog Landis nach Kalifornien und wurde Mountainbikeprofi.
Er begann seine Profikarriere 1999 bei Mercury, 2002 wechselte er zum Rennstall US Postal Service, bei dem er 2004 zu einem der wichtigsten Helfer von Lance Armstrong wurde. Landis fährt seit dem Jahr 2005 für das Schweizer Phonak Cycling Team.
In der Saison 2006 zeigt er sich besonders stark. Er hat bereits die Kalifornien-Rundfahrt, Paris-Nizza und die Tour of Georgia gewonnen. Somit zeigte er sich gut vorbereitet auf sein Saisonziel, die Tour de France.
Dort zeigte er Licht und Schatten: Auf der 11. Etappe nach Vall d'Aran eroberte er das Gelbe Trikot, das er dann auf der 13. Etappe kampflos an Óscar Pereiro Sio abgab, der zusammen mit Jens Voigt fast 30 Minuten vor dem Hauptfeld ins Ziel kam. Auf der 15. Etappe nach L'Alpe d'Huez holte er es sich zurück, hatte aber am nächsten Tag einen Einbruch, der an den von Jan Ullrich bei der Tour 1998 erinnerte, als dieser auf der Etappe nach Les Deux Alpes ebenfalls im gelben Trikot fahrend bei nasskaltem Wetter einen Einbruch hatte. Landis verlor 10 Minuten, wodurch das Trikot wieder an Óscar Pereiro Sio zurück ging. Aber ebenso wie Jan Ullrich, der die Etappe am folgenden Tag gewinnen konnte, zeigte auch Landis einen Tag später eine kämpferische Leistung und gewann die Etappe nach Morzine im Alleingang, wodurch er wiederum 7 Minuten gut machte und vor den letzten drei Etappen auf dem 3. Platz lag.
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