Corinne Rey-Bellet

Corinne Rey-Bellet war eine Schweizer Ski-Rennfahrerin. Insgesamt konnte sie fünf Weltcuprennen gewinnen. Ihren grössten Erfolg feierte sie bei der Ski-WM 2003 in St. Moritz, als sie in der Abfahrt Zweite wurde. Nach dem Abschluss der Handelsschule konzentrierte sich Rey-Bellet ganz auf den Skisport. Das Mitglied des Skiclubs Val-d’Illiez startete im Alter von nur 17 Jahren erstmals im Skiweltcup. Allerdings sollte sich dies als noch zu früh erweisen, denn sie konnte sich in den Saisons 1989/90 und 1990/91 selbst in ihrer Lieblingsdisziplin Riesenslalom nie ein zufriedenstellendes Resultat erreichen. So konnte sie sich nicht für die Ski-WM 1991 qualifizieren. Im Januar 1992 gewann sie erstmals Weltcuppunkte, als sie im Riesenslalom von Hinterstoder den 20. Platz erreichte. Für die Teilnahme an den Olympischen Winterspiele 1992 reichte dies jedoch nicht. Am 21. März 1992 sorgte sie jedoch für grosses Aufsehen, als sie mit dem dritten Platz im Riesenslalom von Crans-Montana, dem letzten Rennen der Saison, erstmals einen Podestplatz erreichte. In den zwei nachfolgenden Jahren konnte sie dieses Resultat nie annähernd bestätigen. Rey-Bellet galt manchen bereits als „ewiges Talent“. Im Winter 1994/95 kam sie deshalb hauptsächlich im Europacup und bei FIS-Rennen zum Einsatz. Als versöhnlicher Abschluss dieser Saison erwies sich der Gewinn ihres ersten Schweizermeistertitel im Riesenslalom, und dies zudem in ihrem Heimatdorf Les Crosets. In der Saison 1995/96 waren Rey-Bellets Leistungen ebenfalls nicht besonders gut; ihre besten Resultate erzielte sie ausgerechnet an der Ski-WM 1996 in der Sierra Nevada mit zwei zehnten Plätzen. Während des Sommertrainings in Australien erlitt Rey-Bellet einen Kreuzbandriss, so dass sie während der gesamten Saison 1996/97 aussetzen musste. Mit zwei Weltcup-Platzierungen unter den ersten Zehn konnte sie deshalb 1998 sehr zufrieden sein. Die Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano verliefen hingegen enttäuschend (Plätze 30 und 31). Der endgültige Durchbruch an die Weltspitze gelang Rey-Bellet in der Saison 1998/99. Besonders beeindruckend war ihre Leistung am 16. Januar 1999, als sie in St. Anton am Arlberg innerhalb von nur drei Stunden zuerst die Abfahrt und anschliessend den Super-G gewann. So etwas war vor ihr noch nie jemandem gelungen und bleibt auch bis heute unerreicht. Bei der Ski-WM 1999 blieb sie mit den Plätzen sechs (Riesenslalom) und acht (Kombination) etwas hinter den gestiegenen Erwartungen zurück.


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Steckbrief

Geboren am 22.08.1972 in Les Crosets, Gemeinde Val-d’Illiez, Schweiz
Verstorben am 30.04.2006


2000, 2001 und 2002 gewann sie jeweils ein Weltcuprennen und erreichte zahlreiche Podestplätze. Bei der Ski-WM 2001 in St. Anton am Arlberg verpasste sie mit zwei vierten Plätzen die Medaillen knapp. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City liess ein Gewinn einer Medaille weiterhin auf sich warten, bestes Resultat war der fünfte Platz in der Abfahrt. Im Winter 2002/03, ihrer letzten Saison, gewann Rey-Bellet zwar kein Weltcuprennen mehr, konnte aber dennoch den grössten Erfolg ihrer Karriere feiern. An der Ski-WM 2003 in St. Moritz wurde sie in der Abfahrt hinter Mélanie Turgeon und zeitgleich mit Alexandra Meissnitzer Vizeweltmeisterin. Ihr letztes Weltcuprennen bestritt sie am 13. März 2003 in Lillehammer (Platz 9 im Super-G). Corinne Rey-Bellet heiratete 2002 Gerold Stadler, einen Angestellten der Bank Credit Suisse, und zog nach Abtwil um. 2003 wurde sie Mutter eines Sohnes namens Kevin. Sie beschäftigte sich vermehrt mit ihrem Hobby Reiten und nahm an regionalen Dressurwettbewerben teil. Sie begann eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Am Abend des 30. April 2006 wurden Corinne Rey-Bellet sowie ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Alain in ihrem Elternhaus in Les Crosets erschossen. Rey-Bellets Mutter, auf die fünf Schüsse abgegeben worden waren, wurde lebensgefährlich verletzt. Rey-Bellets Sohn, der zum Zeitpunkt des Amoklaufes im Obergeschoss war, blieb unverletzt. Ebenfalls überlebte Rey-Bellets Vater das Attentat, da er sich kurz vorher aus dem Haus begeben hatte. Corinne Rey-Bellet war zum Todeszeitpunkt im dritten Monat schwanger. Die Behörden gehen von einem Beziehungsdelikt aus – Rey-Bellet und ihr Mann Gerold Stadler hatten sich Tage zuvor getrennt. Wenige Tage nach der Tat wurde Stadler tot aufgefunden. Er hat Selbstmord begangen.




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