Alice Schwarzer

Alice Schwarzer ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der neuen deutschen Frauenbewegung. Sie ist Begründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift EMMA. Alice Schwarzer entstammt einer atheistischen Familie. Aus eigenem Antrieb ließ sie sich mit zwölf Jahren evangelisch taufen und später auch konfirmieren. Heute bezeichnet sie sich als „nicht im engeren Sinne gläubig“. Alice Schwarzer wurde als uneheliches Kind geboren und wuchs bei ihren Großeltern auf. 1966 begann sie, als Journalistin zu arbeiten. 1970–1974 lebte und arbeitete sie als freie Korrespondentin für verschiedene Medien in Paris und studierte gleichzeitig Psychologie und Soziologie unter anderem bei Michel Foucault. Sie gehörte mit Monique Wittig zu den Initiatorinnen der Pariser Frauenbewegung (Mouvement de Libération des femmes, MLF) und trug deren Ideen auch nach Deutschland. 1971 erregte sie erstmals Aufsehen mit ihrer Aktion Frauen gegen den § 218, insbesondere dem öffentlichen Bekenntnis von 374 Frauen Wir haben abgetrieben!, mit dem der Stern am 6. Juni 1971 aufmachte; im Herbst desselben Jahres folgte mit Frauen gegen den § 218 ihr erstes Buch. Ihr bekanntestes Buch Der kleine Unterschied und seine großen Folgen erschien 1975 und machte sie über Deutschland hinaus bekannt. Es wurde in 11 Sprachen übersetzt. Seitdem gilt sie als die bekannteste und auch umstrittenste Persönlichkeit der neuen deutschen Frauenbewegung. Sie vertritt den so genannten Gleichheitsfeminismus, der unter anderem auch von Simone de Beauvoir vertreten wurde. Im Januar 1977 erschien die erste Ausgabe der von ihr gegründeten Zeitschrift EMMA. 1978 klagte Alice Schwarzer gegen den Stern wegen aus ihrer Sicht sexistischer Frauendarstellungen; die so genannte „Sexismus-Klage“ wurde jedoch abgewiesen. 1987 initiierte Alice Schwarzer die PorNO-Kampagne. Erst ab 1993 schreibt sie wieder vermehrt Bücher, darunter Biografien über Petra Kelly und Gert Bastian oder das Leben von Marion Dönhoff. Bis heute veröffentlichte sie insgesamt 21 Bücher als Autorin und 16 als Herausgeberin. Schwarzer kritisiert den geringen Anteil an Frauen in Führungspositionen. Der Druck der Medien, der Werbung und der Mode auf die Frauen, lebenslang jung und attraktiv zu wirken, zeige sich u.a. durch Essstörungen. Ferner beklagt sie die Tendenz in der Frauenmode zur Entblößung des weiblichen Körpers.


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Steckbrief

Geboren am 03.12.1942 in Wuppertal, Deutschland
Nationalität: Deutsch
Wohnort: Köln, Deutschland
Größe: k.A. cm
Gewicht: k.A. kg


Sie ist Gegnerin des islamischen Kopftuches im öffentlichen Leben (z.B. in der Schule), der „Flagge der islamistischen Kreuzzügler“, der „Faschisten des 21. Jahrhunderts“. Schwarzer wendet sich gegen die von ihr befürchtete schleichende Islamisierung Europas und des damit einhergehenden Verlustes von bürgerlichen Freiheiten, Menschen- und insbesondere Frauenrechten. Von feministischer Seite wird oft der Vorwurf laut, Schwarzer und EMMA monopolisierten den feministischen Diskurs im deutschsprachigen Raum für ihre eigenen Standpunkte. Ebenso löste die Annahme des Bundesverdienstkreuzes durch sie teilweise Unverständnis aus, da insbesondere radikale und autonome Feministinnen darin eine Anbiederung an die von ihnen so bezeichnete „Männergesellschaft“ und deren Rituale sahen, was ihnen als Verrat feministischer Ideale und Ziele galt. Dies spiegelte sich in einer ganzen Reihe von Leserinnenzuschriften in der EMMA und auch Abonnementskündigungen wieder. Einige Lesbenaktivistinnen kritisieren, dass Schwarzer Lesben und Schwule zum Coming-out ermuntere, an sich selbst aber andere Maßstäbe anlege. Schwarzer selbst hat sich bis heute nicht über ihre sexuelle Identität öffentlich geäußert. Sie missbilligt jede Form von Outing, wie zum Beispiel die 1991 durch Rosa von Praunheim. Als sie in Bascha Mikas Kritischer Biografie (s.u. bei Literatur) als lesbisch beschrieben wurde, reagierte sie verärgert und lehnte einen Kommentar mit dem Hinweis auf ihre Privat- und Intimsphäre ab. Von Teilen der Medien und Gegnern des Feminismus ist Schwarzer als „Vorzeigefeministin“ häufig mit extremer Häme und Spott bedacht worden. Einige Journalisten wie z.B. Henryk M. Broder und Kay Sokolowsky werfen ihr „linken Antisemitismus“ und Sympathie zu rechten Symbolfiguren wie z.B. Leni Riefenstahl [9] vor. Andererseits hat Schwarzer seit den 1990er Jahren durch zahlreiche Auftritte in den Unterhaltungsmedien in der breiten Öffentlichkeit an Sympathie gewonnen.




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