Alexander Walterowitsch Litwinenko
Alexander Walterowitsch Litwinenko war ein ehemaliger Oberstleutnant des russischen Geheimdienstes FSB, Buchautor und Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er stand dem ebenfalls in Großbritannien im Exil lebenden russischen Oligarchen und Putin-Gegner Boris Beresowski nahe.
Nach Abschluss der Mittelschule wurde Litwinenko 1980 in die Armee einberufen. Ab 1988 war er in der Abteilung für Spionageabwehr des sowjetischen Geheimdienstes KGB tätig. In verschiedenen Konfliktherden der Sowjetunion und später Russlands war er an Kampfeinsätzen beteiligt. Beim FSB, der Nachfolgeorganisation des KGB ab 1991, war Litwinenko im Kampf gegen Terrorismus und organisiertes Verbrechen eingesetzt.
1998 kritisierte Litwinenko auf einer Pressekonferenz in Moskau die Führung des FSB. Er habe von dieser Aufträge bekommen, die nicht mit den Gesetzen der Russischen Föderation vereinbar seien.
Im März 1999 wurde Litwinenko erstmals verhaftet und im November desselben Jahres freigesprochen, jedoch noch im Gerichtssaal erneut verhaftet und im Jahr 2000 wiederum entlassen. Litwinenko behauptete, die Anschuldigungen gegen ihn, die zu den Strafverfahren führten, seien konstruiert gewesen, außerdem sei seine letzte Entlassung aus der Haft nur nach Unterzeichnung einer Verpflichtung zum Verzicht auf eine Ausreise aus der Russischen Föderation erfolgt. In der Folge wurde ein drittes Strafverfahren gegen ihn eröffnet. Nach eigenen Angaben wurden Litwinenko und seine Familie vom FSB bedroht, was ihn letztlich zur illegalen Ausreise bewog. Mit seiner Familie lebte er seitdem in Großbritannien, wo ihm im Mai 2001 politisches Asyl gewährt wurde.
Er gehörte zu den bekanntesten Kritikern des russischen Präsidenten Putin. Zusammen mit Yuri Felshtinsky, einem US-amerikanischen Historiker russischer Herkunft verfasste er das Buch Blowing Up Russia. Terror from within (russisch: ФСБ взрывает Россию). Die zentrale These des Buches ist, dass die Sprengstoffanschläge von 1999 auf Wohnhäuser in Moskau und anderen russischen Städten, bei denen rund 300 Menschen den Tod fanden, nicht, wie von offiziellen russischen Stellen behauptet wird, von tschetschenischen Terroristen verübt wurden.
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